14 Dez. 20 Statement unseres Landesobmanns Paul Kimberger zu Massentests und Impfverpflichtung:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am Freitag war es wieder einmal so weit. In einer abendlichen Pressekonferenz wurde uns diesmal mitgeteilt, dass unter anderem die Berufsgruppe der Lehrerinnen und Lehrer demnächst verpflichteten CoV-19-Massentests unterzogen werden soll. Auf Anfrage ließ man uns dann wenig überraschend wissen, dass es diesbezüglich weder eine abgestimmte Strategie noch einen genauen Plan für die organisatorische Umsetzung gebe. Auch mit den Sozialpartnern sei darüber noch nicht gesprochen worden.

Diese inakzeptable Form der Kommunikation ist genauso zu kritisieren wie jegliche Art von berufsspezifischen Zwangsmaßnahmen. Das gilt für mich in gleicher Weise für Massentestungen (sinnvollerweise müssten dann natürlich auch alle Schülerinnen und Schüler getestet werden!) als auch für eine nun schon von manchen angedachte Impfverpflichtung. Dazu habe ich mich auch im Ö1-Mittagsjournal (siehe „Diskussion über Corona-Impflicht“ vom 14. Dezember 2020) geäußert.

Außerdem haben die Lehrerinnen und Lehrer als Berufsgruppe ja schon eindrucksvoll bewiesen, dass sie eine freiwillige Möglichkeit für Schnelltests gerne annehmen und dabei mit Überzeugung und guten Gründen eine österreichweite Beteiligung von über 70 Prozent erreichen, was mit Blick auf die magere Beteiligung beim Testangebot für alle Österreicherinnen und Österreicher auch in puncto Verantwortung für sich selbst spricht!

Apropos „Verantwortung“: Um unsere Schulen wirklich „Virus-robust“ zu machen - ich verwende hier ein Originalzitat unseres Bildungsministers - bräuchten wir schon seit langem einen deutlich höheren Infektionsschutz für Lehrerinnen und Lehrer, die Möglichkeit der schulischen Einhaltung allgemein gültiger Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen, autonome Spielräume für kleinere Klassen/Gruppen, bessere Regelungen für gefährdete Personen, administrative und medizinische Unterstützung, mehr pädagogisches Personal und zusätzliche Ressourcen, ein effektiveres und nachhaltiges Management durch die Gesundheitsbehörden, eine sofortige Möglichkeit von Schnelltests zur Klärung von Verdachtsfällen an jedem Standort, Luftreinigungsanlagen in Schulgebäuden und noch vieles mehr.

Darum haben sich aber unsere (bildungs-)politisch Verantwortlichen trotz vieler Aufforderungen noch nie wirklich gekümmert, ergehen sich stattdessen immer wieder in Ankündigungen von fragwürdigen Maßnahmen ohne Einbindung der Betroffenen und glauben, der Mund-Nasen-Schutz (mit ärztlichem Attest auch ohne) mache mit etwas Lüften Schule zu einem sicheren Ort.

Mit besten Grüßen
Paul Kimberger
Linz, 14. Dezember 2020

►hier geht´s zum Ö1 Mittagsjournal vom 14.12.2020

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